Zukunft fair gestalten - Projektbeschreibung
Integration des Lernbereichs Globale Entwicklung und Nachhaltigkeit in die berufliche Ausbildung von Erzieher_innen in Mecklenburg-Vorpommern
Die Globalisierung bringt weitreichende gesellschaftliche Veränderungen mit sich, die jeden Einzelnen vor große Herausforderungen stellen. Um diese verantwortungsbewusst und zukunftsfähig bewältigen zu können, sind vielfältige Kompetenzen nicht nur für das private und gesellschaftliche, sondern auch für das berufliche Handeln notwendig.
Der Orientierungsrahmen der Kultusministerkonferenz für den Lernbereich Globale Entwicklung (1*) fordert daher ausdrücklich eine umfassende Kompetenzentwicklung für die Mitgestaltung globaler Entwicklung in der beruflichen Bildung. Grundlage hierfür muss eine stärkere Verankerung des Lernbereichs Globale Entwicklung in der beruflichen Bildung sein. Dazu sollen vielfältige Anstrengungen auf verschiedenen Ebenen in der Berufsbildung unternommen werden. Es wird ein praxisnahes Umsetzungs- und Entwicklungsprogramm vorgeschlagen, welches sich an alle in der Berufs- und Weiterbildung tätigen Akteure wendet.
Mit ihrem Vorhaben wird die GSE mit einem Best-Practice-Projekt einen wichtigen Beitrag zu dieser Debatte leisten und ihre Bildungsarbeit gezielt in die berufliche Bildung ausdehnen.
Im Rahmen des Projekts wird sich die GSE auf angehende Erzieher_innen sowie das Lehr- und Ausbildungspersonal als Zielgruppen konzentrieren.
Die Entscheidung für dieses Berufsfeld ist dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst:
- Zentrales Anliegen in allen Arbeitsfeldern von Erzieher_innen ist die Initiierung von Erziehungs- und Bildungsprozessen bei Kindern und Jugendlichen. Als Multiplikator_innen spielen sie daher eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Gestaltungskompetenz bei den nachwachsenden Generationen.
Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass Erzieher_innen sich diesem Anspruch häufig nicht gewachsen fühlen; es besteht eine Diskrepanz zwischen Wollen und Können. Erzieher_innen fühlen sich nicht genügend qualifiziert, um globale Themen in ihrer Arbeit aufzugreifen. Deshalb muss der Erwerb notwendiger Kompetenzen in diesem Lernfeld schon in der Ausbildung ansetzen
- Resultierend aus der langjährigen Bildungsarbeit in Schule und Kindergarten (siehe Unterpunkte Angebote Schule und Angebote Kita verfügt die GSE über ein hohes Maß an fachlicher und methodisch-didaktischer Kompetenz zum Globalen Lernen und Bildung für Nachhaltigkeit.
In Bezug auf unser Projekt mit Vorschulkindern ist es im Sinne nachhaltig wirksamer Bildungsarbeit, die entwickelten innovativen Konzepte und Materialien konsequent weiter zu nutzen. Der Transfer in die Ausbildung und Praxis von Erzieher_innen wäre hierfür ein sinnvoller wichtiger Schritt.
- In den letzten Jahren hat sich die öffentliche Debatte um das Qualifikations- und Ausbildungsniveau von Erzieher_innen zugespitzt. Auch in Mecklenburg- Vorpommern wurden damit Prozesse in Gang gesetzt, um den Rahmenplan für die Ausbildung zu überarbeiten und an neue gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen. Damit bietet sich eine große Chance, Globales Lernen und nachhaltige Entwicklung als grundlegende Lernfelder in der Ausbildung nachhaltig zu etablieren.
Für die Arbeit in der Ausbildung von Erzieher_innen werden insgesamt vier Themenkomplexe ausgewählt, wobei jeder Komplex die in der beruflichen Bildung geforderte Verknüpfung von persönlicher und berufsspezifischer Kompetenzentwicklung erfüllt. Alle Themenkomplexe werden inhaltlich so aufbereitet, dass erworbene Kenntnisse und Kompetenzen gleichermaßen zahlreiche Nutzeffekte für das konkrete berufliche Handeln sowie die private Lebensgestaltung haben.
Die Grundlage für die Planung und Durchführung von Veranstaltungen bildet das Kompetenzmodell Erkennen-Bewerten-Handeln, wie es im Orientierungsrahmen vorgeschlagen wird. Dabei findet die Handlungsorientierung in der Berufsausübung eine besondere Beachtung, indem alle Themenfelder die Erprobung erworbener Kenntnisse und Kompetenzen in den Fachpraktika vorsehen. Eine anschließende Rückkopplung der Praxiserfahrungen in den begleitenden Unterricht ist wünschenswert.
Idealerweise wird mit den Auszubildenden zu allen Themenkomplexen gearbeitet.
Es ist unser Ziel, Kompetenzen und Verständnis für globale Zusammenhänge zu fördern, um damit Grundlagen für verantwortungsvolles, weltbürgerliches Handeln zu legen. Dieser Anspruch erfordert eine Arbeitsweise, die sich nicht allein auf Informationsvermittlung beschränkt, sondern aktivierende und methodisch abwechslungsreiche Lernsituationen schafft. Fruchtbare Lernstrategien müssen interaktiv, kooperativ und handlungs- und erfahrungsorientiert sein. Dies setzt voraus, dass die Beschäftigung mit globalen Fragen stets Verbindungen zur Berufs- und Lebenswelt der Auszubildenden aufzeigt.
Ebenso soll das Denken in Zusammenhängen und Systemen gefördert werden. Dass Auszubildende dabei in aktive Rollen versetzt werden, deren Phantasie, Kreativität und Gefühle gefragt und gefordert sind, ist ein wesentlicher Grundsatz unserer Bildungsarbeit.
Bei erfolgreicher Umsetzung erwerben die Auszubildenden nicht allein Kenntnisse und Verständnis für globale Fragen, sondern können ihr eigenes Berufsbild in der Einen Welt zukunftsfähig verorten und ihre berufliche Handlungsfähigkeit maßgeblich verbessern.
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