Vorurteilsbewusst im KiTa-Alltag

An diesem Projekt, das von Mai 2015 bis August 2016 durchgeführt wurde, nahmen vier KiTas und eine Grundschule mit Hort teil.

Kurzbeschreibung des Projektes

Der Alltag in der Kita stellt keinen Schonraum, in dem keinerlei Vorurteile, Etikettierung und Diskriminierungen stattfinden, dar. Da jeder Mensch durch seine Biografie, das Aufwachsen in der Gesellschaft und in einem spezifischen Kulturkreis geprägt ist, agiert er immer im Kontext dieser Prägung. Dies jedoch bewusst zu machen und das eigene Handeln dementsprechend zu reflektieren, ist Ziel des Anti-Bias Approachs.

Ausgangspunkt des Projektes „Vorurteilsbewusst im Kita-Alltag“ war, dass die pädagogischen Fachkräfte und die Leitung der Kita für Vorurteile, Diskriminierungen und Stereotypisierungen/Etikettierungen sensibilisiert werden, um im nächsten Schritt eigene Vorurteile, etc. im Kontext der eigen Biografie und Sozialisation reflektieren zu können, und somit „vorurteilsbewusste“ Handlungsperspektiven zu erarbeiten und umzusetzen. Hierfür stellten wir den pädagogischen Fachkräften geeignete Methoden, zur Umsetzung des Ansatzes im Kita-Alltag, zur Verfügung. 
Da Kinder Vorurteile, Stereotypen usw. „erlernen“, indem sie sie bei ihren Mitmenschen wahrnehmen und dann ins eigene Weltbild integrieren, bildet der vorurteilsbewusste Umgang mit einander (vorgelebt durch die Erzieher_innen und die Leitung) sowie die generelle vorurteilsbewusste „Ausrichtung“ der Kita (Raumgestaltung, Struktur … ), die Grundlage dafür, dass die Kinder 1.) keine neuen Vorurteile übernehmen und 2.) schon vorhandene überdenken. Des Weiteren kann Bildung in Kitas nur gelingen, wenn jedes Kind bestmöglich gefördert und wertschätzend (d.h. soweit wie möglich frei von Vorurteilen) behandelt wird. Unser Ansatz lehnt sich an den Anti-Bias-Ansatz an und steht damit in der Tradition einer machtkritischen Bildungsarbeit. Es geht unter anderem um die Fragen: Wie beeinflussen sie unsere Handlungen? Welche Bilder über andere Kulturen prägen uns? Unsere Zielgruppen waren zum einen die Mädchen und Jungen in den Kindertageseinrichtungen sowie deren Eltern. Ein besonderes Gewicht lag auf den pädagogischen Fachkräften und Leiter_innen der Kindertageseinrichtungen. Die in dem Projekt verwendeten Methoden und Instrumente basieren auf dem Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung, dem Anti-Bias-Ansatz und den Arbeiten des Projektes Kinderwelten, in deren Mittelpunkt Kompetenzvermittlung steht.

Im Rahmen des Projektes wurde ein Reader für pädagogische Fachkräfte und Referent_innen entwickelt.

 


Das Projekt stellte für unsere Organisation eine andere Art sich mit entwicklungspolitischer Bildungsarbeit zu beschäftigen dar. Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung heißt für uns auch, die Ziele der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Blick zu haben.